Für ein gerechtes Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Fairtrade Kommune

Wir Grüne setzen uns ein für Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Diese Grundwerte wollen wir vor Ort leben und gleichzeitig über die Orts- ja Landesgrenzen hinaus tragen. Das Leben in einer globalisierten Welt mit all ihren negativen Aspekten bringt auch Verantwortung mit sich. Denn alles, was wir kaufen und konsumieren wurde irgendwo von jemandem gefertigt oder angebaut. Es ist allgemein bekannt, dass dies meistens nicht unter fairen Bedingungen passiert. Ausbeutung in jedem Wirtschaftssektor steht auf der Tagesordnung. Seit den 1970ern versucht der Faire Handel, dieser Ungerechtigkeit etwas entgegen zu setzen. Um ein Bewusstsein und aktive Veränderung im größeren Stil zu schaffen, initiierte Fairtrade Deutschland 2009 die Zertifizierung zur Fairtrade Town, also Fairtrade Stadt/Kommune. Die Idee dahinter: Von der politischen Gemeinde aus kann sich der Gedanke des fairen Handels verstärkt in den Ort verbreiten und so ein Bewusstsein schaffen für die Frage, woher unsere Konsumgüter kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden.

Deshalb streben wir auch für Höhenkirchen-Siegertsbunn die Zertifizierung einer Fairtrade Kommune an. Dass dies gelingen kann, zeigt ein Blick in die Nachbarschaft. Bereits seit 2012 ist Neubiberg zertifizierte “Fairtrade Town”, die Realschule und das Gymnasium sind inzwischen “Fairtrade Schools”. Auch die Landeshauptstadt München ist seit 2013 dabei. Und Unterhaching und Haar sind gerade im Prozess der Zertifizierung.

Doch wie funktioniert die Zertifizierung überhaupt? Bevor sich eine Gemeinde bewerben kann, muss sie fünf Kriterien erfüllen.

  1. Zunächst muss ein Ratsbeschluss erfolgen, dass die Gemeinde eine Zertifizierung anstrebt. Außerdem muss die Gemeinde beschließen, dass bei allen Sitzungen und im Rathaus fairer Kaffe ausgeschenkt und ein weiteres faires Produkt angeboten wird.
  2. Eine Steuerungsgruppe muss anschließend eine Bestandsaufnahme machen und Aktivitäten vor Ort koordinieren. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.
  3. Das nächste Ziel ist, die Auswahl an fairen Produkten im Handel und in der Gastronomie zu erweitern. Die Anzahl der Mindestanforderung richtet sich nach der Gemeindegröße.
  4. Ein wichtiger Teil der Zertifizierung ist das Einbeziehen der Zivilgesellschaft in Form von Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden. Sie können Informations- und Bildungsaktivitäten zum fairen Handel durchführen und Produkte aus fairem Handel anbieten.
  5. Die Steuerungsgruppe macht Öffentlichkeitsarbeit über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune. Lokalen Medien berichten dazu über die Ereignisse vor Ort.

Wir in Höhenkirchen-Siegertsbrunn müssen dabei nicht von Null anfangen. Einige Geschäfte bieten bereits faire Produkte an und auch die beiden Kirchengemeinden betreiben schon länger fairen Handel. Diese positiven Beispiele sollen durch die Bereitschaft zur Zertifizierung kontinuierlich ausgebaut werden.

Dabei ist eine Zertifizierung nicht das eigentliche Ziel. Vielmehr ist der Weg dorthin und darüber hinaus der wichtigste Teil. Durch eine langfristige Beschäftigung mit dem Thema kann eine nachhaltige Bewusstseinsbildung im Ort, eine Sensibilisierung für das Thema und ein Beitrag für bessere Beschaffung und Konsum entstehen. Dafür setzen wir uns ein!

 

Weitere Informationen rund um die Zertifizierung findet ihr unter fairtrade-towns.de

 

 

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